Judo Bundesliga: Großhadern empfängt Rüsselsheim im Zelt

Einen tollen Samstag hatte das Team Grosshadern vorbereitet. Im Rahmen des traditionellen Haderner Dorffestes wurde die Wettkampffläche am 9.5. kurzerhand vom Dojo auf den Tanzboden des Festzeltes verlegt. Volksnah sollte es sein, viele Zuschauer bei freiem Eintritt anlocken und nach Möglichkeit auch noch tolles Judo bieten.

„Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt“, frohlockt Gerhard Dempf am Ende des Tages. „Es gab viele interessierte Zuschauer, die mit großer Begeisterung die Kämpfe verfolgten und die Mannschaft hat sensationelles Judo gezeigt und einen fantastischen Sieg eingefahren. Es gab viele Ippons, vielseitige Techniken und wir haben vielleicht mit dieser Leistung von 10:4 (87:31) neue Fans für unsere Heimkämpfe gewonnen. Die Stimmung war hervorragend und das Zelt vollbesetzt. Sicherlich half zur guten Mannschaftsstimmung auch der Ersteinsatz von Karl-Richard Frey, der als WM 3. des Vorjahres und amtierender Deutscher Meister kein unbeschriebenes Blatt ist. Außerdem der 81kg Athlet Laszlo Csoknyai aus Ungarn, aktuell 5. des Grand Prixs in Düsseldorf, der auch in der vergangenen Saison schon für wichtige Punkte sorgte. Während es am Anfang der Woche noch Zweifel an den Siegeschancen der Großhaderner gab, konnte diese Verstärkung sichtlich nicht nur physisch beflügeln. Zuversichtlich wurde die Aufstellung für den ersten Durchgang abgegeben. Auch das Rüsselsheimer Team hatte Topathleten am Start und war mit einem Sieg aus dem ersten Kampftag mit gutem Selbstbewusstsein angereist. Mit ein wenig Skepsis wurde allerdings der Austragungsort beäugt. Eine würdige Vertretung für Tobias Englmaier, der beim Gran Slam in Baku furios Bronze am Tag zuvor errang, war wie am ersten Kampftag Christoph Köberlin im Leichtgewicht. Er überzeugte in beiden Kämpfen mit rasantem und technisch hervorragendem Judo. Karl- Richard Frey wurde in die Open Kategorie hochgestellt und beförderte Philip Awiti-Alcaraz mit einem donnernden O-Soto-Gari auf die Matte. Bei 2:0 kämpfte Maximilian Schaupp in der -100kg Kategorie. Tentore Masmanidis lag bereits mit mehreren Bestrafungen hinten und der Sieg für den Großhaderner schien sicher, als dem Rüsselsheimer mit dem Gongschlag eine große Technik gelang, die das 2:1 bedeutete. Stefan Friedrich kämpfte souverän und mit Übersicht in der 81kg Klasse und bezwang Lars Kilian mit einem schnellen Tai-O-Toshi. Alle warteten nun gespannt auf die Begegnung zwischen Julian Kolein aus dem Münchner Team und Tobias Schirra aus Rüsselsheim im 73kg Limit. Die beiden waren bereits bei der Deutschen Einzelmeisterschaft im Finale aufeinandergetroffen, damals wurde der Großhaderner Athlet auf den Silberrang verwiesen. Es war ein hochkarätiges Duell, wie erwartet; der Rüsselsheimer legte mit zwingendem Griff und schnellen Techniken mit Yuko vor. Der Münchner blieb dran: eine sensationelle Fußtechnik brachte ihm Wazaari, was er sich bis zum Schluss nicht aus der Hand nehmen ließ. Großer Jubel und der 4. Punkt für die Gastgeber! Matjaz Trbovz aus Slowenien bezwang Frank Conrad nach einer harten Auseinandersetzung im 66kg Limit mit kleiner Wertung durch Abtaucher. Laszlo Csoknayai wollte nun in der für ihn ungewohnten Gewichtsklasse bis 90kg auf 6:1 für sein Team erhöhen. Ihm gegenüber stand Eduard Trippel, der der „Shooting Star“ der Rüsselsheimer Mannschaft aus dem Nachwuchs ist. „Csoki“ blieb ohne Wertung und musste mit einem Shido auf der Tafel dem jungen Rüsselsheimer den Vorrang lassen. Die Pause nun war mit einem Stand von 5: 2 (42:11) für Ralf Matusche und Gerhard Dempf sehr entspannt. In Ruhe konnten sie überlegen, wie man im zweiten Durchgang den eigenen Nachwuchs mit einsetzen könnte. Auf Christoph Köberlin im Leichtgewicht und Karl-Richard Frey im 100kg Limit, als auch auf Laszlo Csoknayi in seiner eingewogenen Gewichtsklasse sollte nicht verzichtet werden: Erwartungsgemäß machten diese drei ihre Punkte. Erfreulicher Zusatz wurde der Ippon von Edward Freidenberg im Schwergewicht, während Tobias Madl gegen den favorisierten Tobias Schirra in der 73kg Kategorie und leider auch Lukas Vennekold im 66kg Limit nach tollem Kampf und ebenso tollen Chancen unterlagen. Hugo Murphy hatte nun – hochgestellt in die 90kg Klasse – sein Debüt in der Bundesliga: Hugo, der bereits in den Jugendkämpfen durch Entschlossenheit und Furchtlosigkeit bekannt wurde, machte auch heute nicht vor seinem Gegner halt: mit einem rasanten Uchi-Mata holte er den 10. Siegpunkt nach Großhadern! Ralf Matusche und Gerhard Dempf strahlten „nach zwei Kampftagen mit einem solch luxuriösen Polster dazustehen, ist hervorragend!“ Als Tabellenführer der Gruppe Süd wird dieser Kader sicherlich weiterhin den Gegnern etwas entgegenzusetzen haben. Auch die Athleten waren sich einig: „nicht nur, dass wir in diesem Festzelt und vollen Rängen sehr gern und auf Grund der besonderen Atmosphäre besonders motiviert gekämpft haben, auch der Ausklang und das Feiern in der Festhalle war einem Bundesligakampf dieser Klasse angemessen!“ so ein Kämpfer stellvertretend für seine Mannschaft. Da war die Devise nämlich: Lederhose an und hoch die Krüge! KarlRichard Frey lachte: „die Lederhose muss auf alle Fälle noch her, heute feiere ich noch in Zivil!“
Glückwunsch an das erfolgreiche Team und die Erfolgscoaches!

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