„Judo macht Schule“ – Schnupperstunden des TSV Großhadern

Wie in jedem Schuljahr plante die Judoabteilung des TSV München-Großhadern auch für das Schuljahr 2018/19 Schnuppertrainings in den umliegenden Grundschulen und Kindergärten. Doch diesmal hatte sich der Cheftrainer Milan Dišović viel vorgenommen, ein gutes Team zusammengestellt und 39 mögliche Partnerinstitutionen kontaktiert. Die Resonanz war mit 19 interessierten Schulen überraschend gut, Termine wurden schnell gefunden und das Trainerteam startete schon im Oktober mit der ersten Grundschule. Bis zu den Winterferien konnten 8 Schulen mit 60 Klassen und 1 Kindergarten „bespaßt“ werden.

Die Schnuppereinheiten umfassen sowohl Erklärungen über die Judo-Werte, die japanischen Begriffe oder den Umgang mit dem Partner, als auch erste technische Aufgaben durch spielerische Übungen.
Diese Bandbreite macht die Kinder meist neugierig, vor allem, wenn sie gerne Sport machen, bis jetzt aber nur die gängigen Sportarten ausprobieren konnten. Auch die Lehrer profitieren von diesen Stunden und schauen sich die eine oder andere Einheit ab. Damit wir diesen Effekt noch optimieren können, haben wir in diesem Schuljahr mit freiwilligen, anonymen Umfragen bei den Teilnehmern begonnen und daher über einige Lehrer ein paar Tage nach dem Schnuppertraining Fragezettel an die Kinder verteilen lassen. Hier unsere Ergebnisse:

  • 93% der Kinder hatten schon von Judo gehört, haben aber zum Teil überhaupt keine Vorstellung davon. So werden meist auch Tritte und Schläge als Technik erwartet. Überrascht hat uns die Antwort „Ich kenne das aus dem Fernseher“, da wir Judoka finden, dass unser Sport dort fast nie zu sehen ist.
  • 33% gaben an Judo schon einmal ausprobiert zu haben. Davon hatte ein Drittel schon ein Schnuppertraining (vermutlich durch unseren Verein) und der Rest war oder ist in einem Judoverein Mitglied.
  • Die teilnehmenden Kinder hatten wohl viel Spaß, denn 60% gaben an „es hat mir gefallen“, 27% „ich kann nichts dazu sagen“ und nur 13% hat es „nicht gefallen“. Es ist für unser Team natürlich sehr motivierend soviel positives Feedback zu bekommen, das sich schon bei der eifrigen Teilnahme zeigte.
  • Als Abrundung wollten wir noch wissen ob und welchen Sport die Schüler machen und waren dann doch überrascht, dass 27% angaben in keinem Sportverein zu sein und nicht regelmäßig Sport zu treiben. 31% spielen Fußball, die restlichen Kinder nennen Turnen, Basketball, Fechten, Schwimmen, Tennis, Leichtathletik, Kickboxen und Aikido. Das sind vor allem die weiteren Angebote unseres eigenen Vereins bzw. der benachbarten Clubs.

Die Lehrer hatten meist nur zugesehen, waren aber im Wesentlichen an drei Punkten des Judosports interessiert:

  1. Fallübungen bzw. „das richtige Fallen“: Wie fällt man ohne sich zu verletzen, könnten Fallübungen auch auf dem Schulhof helfen und wie trainiert man Fallen.
  2. Rangeln und Raufen: Nicht jeder Lehrer oder Lehrerin kann mit diesem Lehrplanteil sofort Sportstunden aufbauen und bekommt daher durch unsere Trainer Ideen vermittelt.
  3. Die Regeln des Kämpfens: Im Judo sind sowohl Beginn als auch Ende des Kräftemessens verbal begrenzt. Die Abläufe sind ritualisiert und werden von allen Sportlern akzeptiert.

Eine Lehrerin hatte die online-Fortbildung des BJV-Lehrreferent Ellmann schon bestanden, weitere Lehrer haben diese in ihrer Fortbildungsplanung und werden sie in 2019 absolvieren. Zusätzlich haben mehrere Lehrer signalisiert, dass sie ein Interesse an einer praktischen Schulung haben und zukünftig auf Angebote dieser Art achten werden.

Auf jeden Fall ist „Judo macht Schule“ positiv für das Judo-Image, profitieren dadurch auch Nicht-Judoka und in unserem speziellen Fall konnten wir die ersten Schnupper-Kinder in unserem Dojo begrüßen.

Wir danken dem Trainerteam Eliana Pielmeier, Tatjana Schauer, Janno Brodnig und Milan Dišović!

Doris Auer
Abteilungsleitung Judo
TSV München-Großhadern

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