155 Lebensjahre + 127 Judojahre + 17 Dangrade = 2 Judoka

Wir gratulieren Gerd Egger und Siegi Sterr zu ihren runden Geburtstagen! Bleibt gesund und fit und vor allem weiterhin für den Judosport aktiv!

Gerd Egger ist mit seinen 75 Jahren, davon 61 mit dem Judosport, der Youngster dieses Doppels. Er kommt ursprünglich aus Lindau, studierte in Konstanz und ist dann, nicht zuletzt wegen des Judosports, nach München übersiedelt. Nach einem Japanaufenthalt, von dem er vor allem die Hin- und Rückreise immer wieder gerne zum Besten gibt, hat er sich sehr schnell in der Spitze der deutschen Judoka etabliert und in der Folge etliche Titel und Nominierungen erkämpft. Ein Highlight aus Münchner Sicht: Bei den Olympischen Spielen 1972 ist Judo endgültig olympisch und Gerd erringt den 5. Platz.

Gegen Ende seiner Athletenzeit ist er nahtlos ins Trainerdasein übergewechselt und konnte dadurch seinen jüngeren Sportkameraden sofort sein Können und seine Erfahrung in den Dienst stellen. Auch hier war er sehr erfolgreich und hat unter anderem Günther Neureuther, Peter Jupke und Richard Trautmann nach oben geführt.

Mit reiferen Jahren ist Gerd dann zu den Funktionären übergewechselt und hat sich für den Deutschen Judo-Bund als Leistungssportreferent, für den Bayerischen Judo-Verband als Sportwart und später als Präsident und für den Verein als Abteilungsleiter engagiert. In dieser Zeit konnte er in München große internationale Turniere veranstalten, wie das World Masters und die Weltmeisterschaft 2001. Zur Würdigung seiner Judo-Lebensleistung wurde ihm 2013 vom DJB der 9. Dan verliehen.

Gerd Egger und Siegi Sterr

Siegi Sterr feiert tatsächlich schon seinen 80. Geburtstag und damit 66 Judojahre. Als Fast-Nachbar ist er über seinen Bruder zur relativ neuen Judoabteilung des TSV München-Großhadern gestoßen und hat schon ein Jahr später seine ersten Wettkämpfe gewonnen. Diese Anfangsjahre waren noch von vielen Provisorien, wie Freiluftkämpfe auf der Wiese (Matte 5 x 5m), Sägemehl-Tatamis, Zelten neben der Wettkampfstätte oder Radlfahrten zum Training in anderen Münchner Vereinen, geprägt. Wenn man Siegi erzählen hört, war diese Zeit aber mindestens so schön wie die Gegenwart.

Schon mit 23 Jahren musste Siegi dann 1962 die Abteilungsleitung des TSV München-Großhadern übernehmen und wurde hier zum großen und erfolgreichen Gestalter des Vereinslebens. Er hat es immer verstanden die richtigen Trainer, Mitstreiter, Helfer und Eltern um sich zu scharen, so dass er große Dinge anpacken konnte.

Sein Glanzstück bleibt aber natürlich der Bau der Judohalle im japanischen Stil. Den weiten Weg von der außerordentlichen Mitgliederversammlung 1987, über die Klärung der Finanzierbarkeit, die Planung mit den Architekten und Statikern und die Genehmigungen auf allen Ebenen, hin zur Einweihung 1991 konnte er erfolgreich mit seinem Bruder Josef Sterr durchstehen. Ganz offensichtlich hat er dabei alles perfekt durchdacht, denn Siegi kann schon 1999 in der Chronik „50 Jahre Judoabteilung“ schreiben: „Vor allem bin ich stolz, dass dieser Hallenbau schuldenfrei ist“. Besonders adelt dieses Werk aber dieses Zitat aus der Chronik: „Von vielen Judokas aus aller Welt wird sie als das zweckmäßigste und schönste Judo-Dojo gelobt.“

Siegi ist durch den DJB mit dem 8. Dan graduiert worden, aber mindestens genauso wird ihn sicherlich freuen, dass sein Urenkel vor kurzem mit Spaß und Freude sein erstes Randoriturnier bestritten hat.

Das könnte Dich auch interessieren …