Theresa Stoll zeigt überzeugende Leistung beim Grand Prix in Budapest

Beim Grand Prix in Budapest (Ungarn) am 10.08.2018 waren die beiden Schwestern Amelie und Theresa Stoll in der Gewichtsklasse -57 kg wieder einmal gemeinsam im Rennen. Beide legten einen starken Start hin, bevor sich ihre Wege trennten.

Amelie Stoll konnte im ersten Kampf gegen die Nepalesin Manita Shrestha Pradhan einen glatten Sieg einfahren. Mit zwei erfolgreichen O-uchi-gari-Würfen (einmal links und einmal rechts) beendete sie den Kampf schnell mit Waza-ari awasete Ippon. Ihre nächste Gegnerin gehörte sicher zu den Favoritinnen der Gruppe: Timna Nelson Levy aus Israel erwies sich als starke und ebenbürtige Kontrahendin. Doch auch hier konnte Amelie mit ihrer Spezialtechnik O-uchi-gari überraschen und gewann mit Ippon. Die folgende Begegnung mit Jaione Equisoain (Spanien) verlief ausgeglichen, die Spanierin wurde schließlich im Golden Score nach dem dritten Shido mit Hansoku-make bestraft. Amelie hatte es ins Viertelfinale geschafft! Dort unterlag sie leider Hedvig Karakas. Die erfahrene Ungarin konnte Amelie in einer Bodensituation mit einem Armhebel zum Aufgeben zwingen. In der Trostrunde sah es zunächst gut aus, Amelie ging gegen Christa Deguchi (Kanada) mit Waza-ari in Führung. Deguchi schaffte den Ausgleich und zwang Amelie mit ihrem starken Nackengriff in eine abgebeugte Haltung. Die Kanadierin konnte schließlich eine zweite Wertung mit O-soto-gari erzielen, was für Amelie leider mit dem siebten Platz das Aus bedeutete.

Theresa Stoll dominierte ihre erste Gegnerin Tecla Cadilla Acevedo aus Spanien klar. Diese fand kein Mittel gegen die Münchnerin und wurde mit 2 Shido wegen Passivität bestraft, bevor Theresa mit einem Ippon abschloss. Die Slowenin Kaja Kajzer wurde von Theresa mit einem Festhalter aus dem Wettbewerb verabschiedet. Auch im Viertelfinale zeigte unsere Kämpferin die gewohnte Qualität. Die Polin Anna Borowska konnte ihr in keinem Moment gefährlich werden. Mit Ko-soto-gari als Kontertechnik holte sich Theresa schließlich den entscheidenden Punkt. Im Halbfinale wartete auf das starke Mädel vom TSV Großhadern mit Nae Udaka (Japan) eine gefährliche Gegnerin. Theresa dominierte im ganzen Kampf den Griff, während Udaka versuchte, mit ihrer Spezialtechnik O-soto-gari durchzukommen. Im Golden Score hatte Theresa schließlich Erfolg und warf die Japanerin mit Ko-soto-gari auf Ippon.

Das Finale sollte ebenfalls spannend werden. Die amtierende Olympiasiegerin von Rio 2016, Rafaela Silva (Brasilien) wollte nach längerer Pause wieder im internationalen Geschehen mitreden. Der Kampf war gekennzeichnet durch langes Taktieren auf beiden Seiten. Das kostete Theresa je ein Shido für das Verlassen des Mattenrandes und Passivität, Silva ebenfalls zwei Shido für mangelnde Angriffslust. Unsere Kämpferin zeigte sich im Verlauf etwas zu vorsichtig und verhalten. Silva nutzte eine Gelegenheit, konterte geschickt und ging mit Waza-ari in Führung. Nach dreieinhalb Minuten schafft Theresa den Ausgleich. Kurz darauf konterte Silva die Münchnerin zum zweiten Mal und holte sich Gold.

Für Theresa blieb somit nach einer eindrucksvollen Leistung die Silbermedaille. Sie hat wieder einmal bewiesen, dass an der Weltspitze im Judo mit ihr zu rechnen ist! Herzlichen Glückwunsch!

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